Der entstehende Studiengang

Der entstehende Studiengang besteht aus verschiedenen inhaltlichen Bereichen:

a) Die Module der Selbstgestaltung werden sich mit Wissenschaftstheorie, Ethik und Verantwortung beschäftigen und Grundfragen der Philosophie und des Menschseins bearbeiten. Was bedeutet Selbstbestimmung in der Bildung? Und wie sieht eine selbstbestimmte Bildung im Kontext einer Gemeinschaft aus Mistudierenden, Dozierenden und PartnerInnen aus? Wie bestimmt ein Selbst sich selbst? Was heißt eigentlich Philosophieren? Es geht um ein aktives und kreatives Denken, dass die Offenheit des Unterwegs-Seins kennt und die praktische Handlung als seine reale Konsequenz einschließt. Was bedeutet es, einen eigenen Weg zu gehen, der vielleicht erst dadurch entsteht, dass er gegangen wird?

b) Um die Gesellschaft und auch sich selbst reflektieren und gestalten zu können, ist die Kunst der Gestaltung von Veränderungsprozessen elementar wichtig. Übungen und Reflexionen zur Organisation, Gestaltung und Leitung von sozialen Veränderungsprozessen und auch der Arbeit in Gruppen finden deswegen im zweiten Schwerpunktgebiet ihren Platz.

c) Der Anspruch, sich selbst und die Welt zu verändern und unser Gesellschaftssystem zu transformieren und weiterzuentwickeln, muss auf fundiertem, wissenschaftlichem Boden stehen und kann nur so in die Realität umgesetzt werden. Damit wollen wir uns mit dem breit gefächerten Gebiet der Weltgestaltung beschäftigen. Es geht darum, das Heute vor dem Hintergrund der Geschichte und der damit verbundenen Entwicklungen zu verstehen und dabei philosophische Fragen mit aktuellen Herausforderungen im Zeitalter des Anthropozäns in Verbindung zu bringen und aus dieser Grundlage heraus Fragen der Weltgestaltung zu behandeln: Welche Zeitfragen liegen den heutigen Herausforderungen zugrunde und wie kann die Auseinandersetzung mit diesen zu einer Grundlage gesellschaftlicher Innovation und Weiterentwicklung werden?

d) Außerdem werden wir uns intensiv mit den Grundlagen des Projektmanagements auseinandersetzten und das Erlernte an vielfältigen praktischen Projekten umsetzen und ausprobieren.

e) Um jedem Studierenden soweit als möglich eigene Schwerpunktsetzungen zu erlauben, bestehen vielfältige Möglichkeiten, eigene Projektideen in das Studium zu integrieren und eigene Fragestellungen innerhalb der Seminare aufzugreifen und zu reflektieren.

Umsetzung:

Was passiert, wenn die Verantwortung für die Gestaltung der Seminare zu einem Großteil bei den Studierenden liegt? Wie kann das praktisch aussehen und auf welche Ideen kommen junge Menschen, die ihre Bildung in die eigene Hand nehmen? Welche Formen und Möglichkeiten entwickeln sie in der Zusammenarbeit mit den Lehrenden und wie gestalten sie ihre Bildung abwechslungsreich, anspruchsvoll, mit “Sinnhalt” und  Fantasie?

Diese Fragen werden wir innerhalb der Seminare gemeinsam praktisch ausprobieren. Bereits jetzt haben wir vielfältige Ideen und Optionen:

Umsetzungsformate:

Die Seminare, Kurse und Vorlesungen werden in Blockwochen stattfinden. Das soll eine intensive Kontaktzeit ermöglichen und eine Flexibilität des Wohnorts. Die Blockwochen werden jeweils 6 Tage lang sein.

Wir möchten innovative, dialogische und vielfältige Umsetzungsformate verwenden und diese auch weiterentwickeln. Zum Beispiel:

  • Team Akademie (langjährig erprobtes Konzept aus Finnland, erstmalig in Deutschland in Bremerhaven umgesetzt: http://www.unternimm-doch-was.de/),
  • Neulandprojekt (Ein Projekt, das uns aus unserer Komfortzone rausholt und etwas ist, wovor wir Angst/Respekt haben. Es soll unseren Horizont erweitern, uns lehren unsere Grenzen/Fähigkeiten neu zu definieren. Es ist ein temporäres Projekt über einige Wochen. Beispiele: Vortrag halten, eine Woche ohne Geld leben, 10 Tage schweigen/meditieren, alleine eine Straßenaktion machen oä.)
  • „Fragendes Lernen“
  • Studierende lehren Studierende
  • künstlerisch – kreative Umsetzungsformate,
  • Zeitfragen-Seminare (Ein Seminar/ Abend, der von einer Person vorbereitet wird und an dem aktuelle Themen besprochen werden. Er wird vorbereitet von einer wechselnden Person, die sich so praktisch in Orga-Aspekten üben kann. Es gibt einen Input, wonach die Gruppe dann debattieren kann. Dies kann intern und extern organisiert sein.)
  • Entwicklung und Umsetzung von Projekten und Aktionen (Praxisbezug)

Inhalte: Welche Themen genau werden behandelt?

Der Modulplan wird von uns in Zusammenarbeit mit unseren Dozierenden entwickelt. Dabei stehen uns Experten aus den jeweiligen Fachgebieten zur Seite, mit denen wir unsere Vorstellungen besprechen. Letztendliche Schwerpunktsetzungen des Studiengangs hängen u.a. von der Universität ab, an die der Studiengang angebunden werden kann, da je nach Universität verschiedene spannende Möglichkeiten der Überschneidung und Ergänzung bestehen. Hier geben wir einen anfänglichen Einblick in den Modulplan:

    • Grundlagen: Universalgeschichte 1, Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftstheorie, Universalgeschichte 2, Naturphilosophie

    • Selbstgestaltung: Ethik und Verantwortung, Denken und Handeln, Freiheit, Kreativität, Metaphysik und Existenz

    • Philosophierende Prozessgestaltung: Selbstbestimmte Bildung, Biographie, Kommunikation, Kunst als Akteur gesellschaftlichen Wandels, lernende Organisation und Sozialphilosophie, Zusammenarbeit und Führung

    • Projektmanagement: Finanzierung und Qualitätsmanagement, Verwaltung und Buchführung, Gründung und rechtliche Grundlagen, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation, Organisation und Struktur.

    • Philosophierende Weltgestaltung: Gesellschaft neu denken, Wirtschaft verstehen, Herausforderung und Grundprobleme im Zeitalter des Anthropozäns, Natur, Ethik und Gesellschaft,

    • Individuelle Vertiefung: freie Lektüre 1, individuelle Vertiefung, freie Lektüre 2, Neulandprojekt 1, Neulandprojekt 2